FAQ IDD "15 Stunden"

FAQ zur regelmäßigen Versicherungsweiterbildung ("15 Stunden")

Der DIHK hat zusammen mit der BaFin eine FAQ-Liste erstellt. Diese finden sie hier zum Download.
Unsere nachfolgenden FAQs basieren auf dieser FAQ-Liste sowie auf den einschlägigen Gesetzen und Verordnungen.

Gibt es IDD-Punkte oder Weiterbildungspunkte?

Nein, es werden nur Zeitstunden für die Erfüllung der Weiterbildungspflicht herangezogen. Weiterbildungspunkte gibt es nicht.

Wie viele Stunden muss ich mich weiterbilden?

15 Zeitstunden pro Kalenderjahr.

Ausnahme bilden produktakzessorische Vermittler mit Erlaubnis nach §34d, Abs. 6 GewO. Diese Personen vermitteln Versicherungen nur als Nebenprodukt zu anderen Waren oder Dienstleistungen. Das sind z.B. Kfz-Händler, die nebenher Kfz-Versicherungen vermitteln. Hier hängt der Umfang der jährlichen Weiterbildungspflicht von den konkreten Produkten und Tarifen ab, die vermittelt werden.

Muss ich die vollen 15 Stunden auch absolvieren, wenn ich nur nebenberuflich tätig bin?

Ja, denn die Anforderung von 15 Zeitstunden gilt unabhängig davon, ob man die Versicherungsvermittlung haupt-, nebenberuflich oder sogar nur sporadisch ausübt.

Es wurden nur einzelne extreme Härtefälle definiert, in denen von der Weiterbildungspflicht befreit werden kann. Das sind insbesondere nahezu ganzjährige Krankheit (mit Nachweis) oder Mutterschutz / Elternzeit über nahezu das gesamte Kalenderjahr.

Im Zweifel sollten Sie bei Ihrer IHK nachfragen - möglichst noch im betroffenen Jahr - bevor es zu spät ist.

Wer muss sich weiterbilden?

Alle im Versicherungsvertrieb.

Das sind nach neuer Definition des Versicherungsvertriebs: Versicherungsvermittler, die unmittelbar an der Vermittlung oder Beratung beteiligt sind (gem. § 34d Abs. 1 GewO).

Somit jeder, der zu Versicherungsverträgen berät, diese abschließt oder vermittelt. Somit jeder, der bei der Verwaltung oder Erfüllung von Versicherungsvertragen, insbesondere im Schadenfall, mitwirkt.

Von der Weiterbildungspflicht erfasst sind somit Versicherungsmakler und -vertreter, Versicherungsberater, gebundene Versicherungsvermittler und deren unmittelbar bei der Vermittlung und Beratung mitwirkenden Beschäftigten.

Auch fallen alle Personen, die in der Leitung des Gewerbebetriebs für die Versicherungsvermittlung verantwortlich sind, unter die Weiterbildungspflicht.

Müssen sich auch Angestellte 15 Stunden weiterbilden?

Ja, wenn sie in der Vermittlung oder Beratung tätig sind. Die Weiterbildungsverpflichtung gilt aber auch für Mitarbeitende in der Vertragsverwaltung oder Schadenbearbeitung.

Das gilt übrigens auch für Angestellte von Versicherungsunternehmen, die unmittelbar oder maßgeblich am Versicherungsvertrieb beteiligt sind (§ 48 Abs. 2 VAG).

Wer von meinen Backoffice-Mitarbeitenden fällt unter die Weiterbildungspflicht?

Die Weiterbildungspflicht der Backoffice-Mitarbeitenden hängt davon ab, ob sich aus der Verwaltungstätigkeit „Beratungs- und Informationspflichten“ ergeben.

Anders formuliert: Wenn die internen Tätigkeiten Einwirkungsmöglichkeiten auf den Kunden oder eine Außenwirkung haben, dann fallen diese Mitarbeitenden unter die Weiterbildungspflicht (Administration, Schadenbearbeitung, Auskunftserteilung, aber auch bereits die Übersendung der elektronischen Versicherungsbestätigung im Bereich der Kfz-Versicherung).

Das können im Einzelfall nur Sie als Arbeitgeber/Unternehmen entscheiden. Rein interne Bürotätigkeiten (zum Beispiel Adressänderungen, Buchhaltung, Personalverwaltung) werden nicht von der Weiterbildungspflicht erfasst.

Unser Tipp: Erstellen Sie jeweils eine Stellenbeschreibung, aus der die Tätigkeiten hervorgehen.

Sind nur diejenigen zur Weiterbildung verpflichtet, die auch Kundenkontakt haben?

Nein. Das ist ein weitverbreiteter Irrtum. Die Weiterbildungspflicht hängt nicht davon ab, ob man Kundenkontakt hat oder nicht.

Muss sich die Geschäftsleitung weiterbilden? Greift hier das Delegationsprinzip nach § 34d Absatz 9 GewO?

Die Weiterbildungspflicht der Geschäftsleitung kann auf eine angemessene Anzahl von aufsichtsführenden Personen delegiert werden. Dieses Delegationsprinzip bezieht sich auf die Führungsaufgaben der Leitungsebene. So muss in Ausnahmefällen nicht immer die gesamte Geschäftsleitung weitergebildet werden. Die persönliche Weiterbildungspflicht der Vertriebs- und Servicekräfte kann hingegen nicht delegiert werden.

Leitsatz: Wer selber Versicherungen vermittelt, Kunden dazu berät, solche Tätigkeiten beaufsichtigt oder maßgeblich beeinflusst, muss die Weiterbildungspflicht erfüllen.

In welcher Form sind Führungskräfte von der Weiterbildungspflicht betroffen?

Für Führungskräfte gilt die Weiterbildungsverpflichtung, wenn Tätigkeiten in ihren Aufgabenbereich fallen, die als Versicherungsvertrieb zu werten sind. Auch Führungskräfte müssen sich dann 15 Zeitstunden pro Jahr weiterbilden.

Sind Vertriebsmitarbeitende von der regelmäßigen Weiterbildungsverpflichtung ausgenommen, wenn sie von qualifizierten, sich regelmäßig weiterbildenden Führungskräften angeleitet und beaufsichtigt werden?

Nein. Diejenigen Beschäftigten, die tatsächlich vermitteln oder beraten bzw. bei der Vermittlung oder Beratung mitwirken, müssen sich stets weiterbilden, d.h. sie können die Weiterbildung nicht gem. § 34d Abs. 9 GewO - wie beim Sachkundenachweis - delegieren.

Fallen produktakzessorische Vermittelnde ebenfalls unter die Weiterbildungspflicht?

Ja, denn auch diese müssen sich regelmäßig weiterbilden. Jedoch werden hier nicht die obligatorischen 15 Zeitstunden gefordert. Sie müssen sich aber jährlich über „geeignete Maßnahmen“ weiterbilden.

Versicherungsunternehmen müssen dies anlassbezogen überprüfen und den Zeitrahmen und Inhalt ggf. definieren.

Fallen Annex-Vermittelnde unter die Weiterbildungspflicht?

Nein.

Allerdings ist die Definition von Annex-Vermittlern in §34d, Abs. 8 GewO sehr eng gefasst. Hier werden lediglich Zusatzversicherungen zu einem Hauptprodukt oder einer Hauptdienstleistung vermittelt. Die Jahresprämie darf i.d.R. 600 EUR nicht überschreiten. Gedacht ist hier z.B. an Brillenversicherungen, die ein Optiker vermittelt, an freiwillige Garantien im Elektrofachgeschäft oder an Reiserücktrittsversicherungen im Reisebüro.

Extra mit erfasst wurden auch die Restschuldversicherungen, die durch Bausparkassenvertreter vermittelt werden – unbegrenzt in Bezug auf die Prämienhöhe.

Wie viele Stunden müssen Weiterbildungspflichtige absolvieren, die aus Elternzeit, langer Krankheit etc. zurückkehren?

Es ist unerheblich, wann jemand die Versicherungsvertriebstätigkeit wieder aufnimmt. Auch bei Rückkehr nach einer langen Krankheit oder aus der Elternzeit gilt: Es bleibt bei den 15 Zeitstunden pro Jahr.

Wenn jemand allerdings nachweislich nahezu ein ganzes Kalenderjahr (!) wegen einer schwerwiegenden Krankheit oder aufgrund von Elternzeit nicht tätig war, dann muss laut Begründung zur VersVermV in diesem Jahr keine Weiterbildung nachgewiesen werden.

Ist die Teilnahme an 'gut beraten' Pflicht?

Nein. 'gut beraten'-Punkte oder -Zeiten sind nicht erforderlich.

'gut beraten' wird im Gesetz bzw. in der Verordnung nicht erwähnt. Es zählen ausschließlich die erworbenen Weiterbildungsstunden, die Ihnen vom jeweiligen Weiterbildungsanbieter in der Regel kostenlos bescheinigt werden. Dieser Weiterbildungsanbieter kann GOING PUBLIC! sein, aber auch ein Produktgeber oder ein Arbeitgeber, da eine „betriebsinterne“ Durchführung der Weiterbildung explizit erlaubt ist.

'gut beraten' sammelt die Leistungsbestätigungen der dort meldenden Bildungsdienstleister und erleichtert so ggf. die Übersicht. Es ist zu beachten, dass die Weiterbildungspflichtigen auch bei der Teilnahme an 'gut beraten' die Nachweise zu den Weiterbildungen sammeln und fünf Jahre aufbewahren müssen.

Müssen die erworbenen Weiterbildungsstunden an 'gut beraten' gemeldet werden?

Nein. Die Teilnahme an 'gut beraten' ist keine gesetzliche Pflicht.

Falls Sie eine Weiterbildung besuchen, die Ihnen 'gut beraten' Zeiten gutschreibt, kann das eventuell für Sie die Übersicht erleichtern. Es ist zu beachten, dass die Weiterbildungspflichtigen auch bei Teilnahme an 'gut beraten' die Nachweise zu den Weiterbildungen sammeln und fünf Jahre aufbewahren müssen.

Welche Bildungsdienstleister dürfen Zeiten vergeben?

Hierzu gibt es durch den Gesetzgeber keine Einschränkung.

Allerdings hat der Gesetzgeber Bedingungen definiert, die der jeweilige Bildungsdienstleister einhalten muss, damit Zeiten anerkannt werden können. Diese Anforderungen sind komplex. Achten Sie daher bei der Wahl Ihres Bildungsdienstleisters darauf, dass dieser verbindlich die Zeitgutschriften erteilt und dass er die Einhaltung der Bedingungen der VersVermV bestätigt.

Denken Sie daran, dass die IHKs nur zeitverzögert die Erfüllung der Weiterbildungspflicht prüfen und es dann gut ist, wenn der Bildungsdienstleister bei Rückfragen weiterhin an Ihrer Seite steht.

Wie weise ich meine Weiterbildungsstunden nach?

Ihre Aufsichtsbehörde wird in unregelmäßigen Abständen kontrollieren, ob Sie und Ihre zur Weiterbildung verpflichteten Mitarbeitenden die 15 Stunden pro Jahr erreicht haben.

Sie werden dann aufgefordert, eine entsprechende Erklärung auf einem Formblatt abzugeben und die Angaben ggf. zu belegen. Daher müssen Sie nicht jedes Jahr einen Nachweis ausfüllen und einreichen. Sammeln Sie die Bescheinigungen der Weiterbildungsanbieter für Sie und Ihre Mitarbeitenden und legen Sie diese getrennt nach Kalenderjahr ab.

Die Aufbewahrungsfrist beträgt fünf Jahre.

Welche inhaltlichen Anforderungen an die Weiterbildung gibt es, damit diese anerkannt wird?

Der Gesetzgeber schreibt: „Die Weiterbildung muss dabei mindestens den Anforderungen der ausgeübten Tätigkeiten der zur Weiterbildung Verpflichteten entsprechen und die Aufrechterhaltung derer Fachkompetenzen und derer personalen Kompetenzen gewährleisten." (§ 7 Abs. 1 VersVermV)

Bitte beachten Sie, dass sich die Weiterbildung an der Tätigkeit der Weiterbildungsverpflichteten ausrichten muss. Ein inhaltlicher Ansatzpunkt für die versicherungsfachliche Qualifikation ist die Anlage 1 der VersVermV ergänzt um die Anlage 1 des VAG.

Achtung: Nicht anerkannt werden Weiterbildungen mit versicherungsfremden Inhalten (z. B. Themen zum Gesundheitsmanagement oder der mentalen Unterstützung der Lernenden) oder Weiterbildungen ohne konkreten Bezug zur Versicherungsvermittlung und -beratung (z. B. allgemein betriebswirtschaftliche Weiterbildungen zur Unternehmensführung).

Tipp: Achten Sie darauf, dass sich der Inhalt der Weiterbildung an der Anlage 1 VersVermV ausrichtet, um spätere Auslegungsschwierigkeiten mit der Aufsichtsbehörde zu vermeiden.

Durch das Erwähnen der „personalen Kompetenz“ öffnet der Gesetzgeber die regelmäßige Weiterbildung auch für Trainings, die die „Sozialkompetenz und die Fähigkeit zum selbständigen Handeln gegenüber den Kunden“ weiterentwickeln sollen. So wäre zum Beispiel ein Training zur Kundengesprächsführung anerkennungsfähig, sofern ein Bezug zur Versicherungsvermittlung besteht und ein Kundennutzen erreicht werden soll. Ein allgemeines Training zum Zeitmanagement wäre hingegen z.B. nicht anrechnungsfähig.

Welche formalen Anforderungen an Weiterbildungen gibt es, damit diese anerkannt werden?

Der Anbieter der Weiterbildung muss sich an die Anforderungen der VersVermV Anlage 3 halten.

Danach muss die Maßnahme geplant sein (Konzeption, Beschreibung für Teilnehmende, Ablaufplan muss vorliegen). Darüber hinaus muss eine systematische Organisation vorliegen (Teilnehmende müssen in Textform eingeladen worden sein, Anwesenheit der Teilnehmenden muss dokumentiert werden) und es muss sichergestellt werden, dass die Dozenten/Trainer für die Maßnahme geeignet sind. Die entsprechenden Nachweise sind zu archivieren.

Davon können Sie bei allen seriösen Weiterbildungsanbietern ausgehen. Achten Sie bei der Wahl Ihres Bildungsdienstleisters darauf, dass dieser verbindlich die Zeitgutschriften erteilt und dass er die Einhaltung der Bedingungen der VersVermV bestätigt. Denken Sie daran, dass die IHKs nur zeitverzögert die Erfüllung der Weiterbildungspflicht prüfen und es dann gut ist, wenn der Bildungsdienstleister bei Rückfragen weiterhin an Ihrer Seite steht.

Bei GOING PUBLIC! sind diese Anforderungen bereits fest im zertifizierten Qualitätsmanagementsystem eingebaut.

Was geschieht, wenn ich die 15 Stunden nicht nachweisen kann?

Wenn Sie die vollständige Erfüllung der Weiterbildungspflicht für sich selbst oder für einen Mitarbeitenden nicht nachweisen können, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit.

Diese kann mit bis zu 5.000 € je Verstoß geahndet werden (s. § 144, Abs. 2, Ziffer 7c GewO i.V.m. § 144, Abs. 4 GewO - bekannt sind bislang verhängte Bußgelder bis zu 3.000 €).

Bei mehrfachen Verstößen ist die gewerberechtliche Zuverlässigkeit ggf. nicht mehr gegeben und Ihnen könnte dann die § 34d GewO-Erlaubnis entzogen werden.

Unser Tipp

Mit der WBThek hat die GOING PUBLIC! Akademie für Finanzberatung AG ein Online-Weiterbildungsangebot entwickelt, mit dem Vermittelnde und ihre zur Weiterbildung verpflichteten Mitarbeitenden ihre 15 Stunden Weiterbildungspflicht ganz einfach und professionell erfüllen können.