FAQs zur regelmäßigen Weiterbildung für Immobilienmakler ("20 Stunden")

Gibt es Weiterbildungspunkte?

Nein, es werden nur Zeitstunden für die Erfüllung der Weiterbildungspflicht herangezogen. Weiterbildungspunkte gibt es nicht.

Wie viele Stunden muss ich mich weiterbilden?

20 Zeitstunden innerhalb von 3 Kalenderjahren.

Dabei beginnt der erste Weiterbildungszeitraum am 01.01. des Jahres, in dem die Tätigkeit aufgenommen wurde.

Beispiel: hat jemand mit seiner Tätigkeit Mitte 2018 begonnen, so beginnt der erste Weiterbildungszeitraum am 01.01.2018 und endet am 31.12.2020. Ab 2021 kann die IHK dann prüfen, ob in den genannten drei Kalenderjahren die 20-Stunden-Pflicht erfüllt wurde. Der nächste Zeitraum endet für diese Person dann wieder am 31.12.2023.

Wann beginnt der dreijährige Weiterbildungszeitraum?

In der Regel mit Aufnahme der erlaubnispflichtigen Tätigkeit. Also mit Erlaubniserteilung durch die zuständige Stelle oder mit Arbeitsbeginn eines Mitarbeitenden.

Bei Personen, die eine Ausbildung als Immobilienkaufmann oder Immobilienkauffrau oder eine Weiterbildung als Geprüfter Immobilienfachwirt oder Geprüfte Immobilienfachwirtin erfolgreich abschließen, beginnt der erste drei Jahreszeitraum drei Jahre nach dem Abschluss (§ 15b, Abs. 4 MaBV).

Beispiel: ein Mitarbeitender absolviert die Prüfung zum Immobilienfachwirt im Jahr 2021. Dann beginnt sein erster Weiterbildungszeitraum am 01.01.2024 und endet am 31.12.2026.

Ist die Ausbildung zum/zur Immobilienkaufmann/-kauffrau eine Weiterbildung?

Ja.

Der Abschluss gilt als Weiterbildung. Damit gilt die Weiterbildungspflicht im Jahr des Abschlusses als erfüllt und der 3-Jahreszeitraum beginnt in diesem Jahr von Neuem.

Ist die Weiterbildung zum/zur geprüfte/n Immobilienfachwirt/-wirtin eine Weiterbildung?

Ja.

Der Abschluss gilt als Weiterbildung. Damit gilt die Weiterbildungspflicht im Jahr des Abschlusses als erfüllt und der 3-Jahreszeitraum beginnt in diesem Jahr von Neuem.

Gibt es auch für andere Ausbildungen, Studiengänge oder Weiterbildungen eine mit Immobilienkaufleuten und Immobilienfachwirten vergleichbare Regelung?

Nein.

Damit diese angerechnet werden, müssen für jedes einzelne Modul die übrigen Regelungen befolgt werden (Einladung, Orientierung an Anlage 1 der MaBV, Nachweis der Teilnahme etc.).

Muss ich die vollen 20 Stunden auch absolvieren, wenn ich nur nebenberuflich tätig bin?

Ja, die Anforderung von 20 Zeitstunden gilt unabhängig davon, ob man die Tätigkeit haupt-, nebenberuflich oder sogar nur sporadisch ausübt.

In anderen Bereichen mit permanenter Weiterbildungspflicht wurden einzelne extreme Härtefälle definiert, in denen von der Weiterbildungspflicht befreit werden kann. Da hier ein insgesamt 3-jähriger Zeitraum betroffen ist, werden diese Härtefälle kaum übertragbar sein (z.B. nahezu durchgängige Krankheit (mit Nachweis) über den Zeitraum von drei Jahren oder Mutterschutz/ Elternzeit über nahezu den gesamten Zeitraum).

Im Zweifel sollten Sie bei Ihrer IHK nachfragen – möglichst noch im betroffenen Zeitraum - bevor es zu spät ist.

Wer muss sich weiterbilden?

Der Gewerbetreibende selbst und alle beschäftigten Personen, die unmittelbar bei der erlaubnispflichtigen Tätigkeit mitwirken.

Bei Immobilienmaklern somit jeder, der zu Verträgen berät, diese abschließt oder die Gelegenheit zum Abschluss der Verträge nachweist.
Bei Immobilienmaklern somit jeder, der bei der Tätigkeit des Immobilienmaklers unmittelbar mitwirkt.

Auch fallen alle Personen, die in der Leitung des Gewerbebetriebs für die jeweilige Tätigkeitsbereiche verantwortlich sind, unter die Weiterbildungspflicht.

Müssen sich auch Angestellte 20 Stunden weiterbilden?

Ja, sofern Sie unmittelbar bei der erlaubnispflichtigen Tätigkeit mitwirken.

Nur wenn ausschließlich andere Tätigkeiten ausgeübt werden, liegt keine Weiterbildungspflicht vor (z.B. Mitarbeitende, die ausschließlich das Personalmanagement übernehmen).

Muss sich die Geschäftsleitung weiterbilden? Greift hier das Delegationsprinzip nach § 34c Absatz 2a GewO?

Die Weiterbildungspflicht der Geschäftsleitung kann auf eine angemessene Anzahl von aufsichtsführenden Personen delegiert werden.

Dieses Delegationsprinzip bezieht sich auf die Führungsaufgaben der Leitungsebene. So muss in Ausnahmefällen nicht immer die gesamte Geschäftsleitung weitergebildet werden, sondern nur eine angemessene Anzahl an Leitungspersonen, die die Aufsicht über die vermittelnden Mitarbeitenden übernehmen.

Die persönliche Weiterbildungspflicht der Personen, die bei der Vermittlung (Immobilienmakler) unmittelbar mitwirken, kann nicht delegiert werden. Auch nicht, wenn diese Personen Mitglied der Unternehmensleitung sind.

Leitsatz: Wer selber vermittelt, solche Tätigkeiten beaufsichtigt oder maßgeblich beeinflusst, muss die Weiterbildungspflicht erfüllen.

In welcher Form sind Führungskräfte von der Weiterbildungspflicht betroffen?

Für Führungskräfte gilt die Weiterbildungsverpflichtung, wenn Tätigkeiten in ihren Aufgabenbereich fallen, die als Vermittlung (Immobilienmakler) zu werten sind. Auch Führungskräfte müssen sich dann 20 Zeitstunden in drei Kalenderjahren weiterbilden.

Sind Mitarbeitende von der regelmäßigen Weiterbildungsverpflichtung ausgenommen, wenn sie von qualifizierten, sich regelmäßig weiterbildenden Führungskräften angeleitet und beaufsichtigt werden?

Nein.

Diejenigen Beschäftigten, die tatsächlich vermitteln (Immobilienmakler) bzw. bei der Vermittlung mitwirken, müssen sich stets weiterbilden. D.h. sie können die Weiterbildung nicht gem. § 34c Abs. 2a GewO delegieren.

Wie viele Stunden müssen Weiterbildungspflichtige absolvieren, die aus Elternzeit, langer Krankheit etc. zurückkehren?

Es ist unerheblich, wann jemand die Tätigkeit wieder aufnimmt - auch bei Rückkehr nach einer langen Krankheit oder aus der Elternzeit: Es bleibt bei den 20 Zeitstunden innerhalb von drei Kalenderjahren.

Wenn jemand allerdings nachweislich nahezu den gesamten Weiterbildungszeitraum (!) wegen einer schwerwiegenden Krankheit oder aufgrund von Elternzeit nicht tätig war, dann ist davon auszugehen, dass die Weiterbildung nicht nachgewiesen werden muss.

Welche Bildungsdienstleister dürfen Zeiten vergeben?

Hierzu gibt es durch den Gesetzgeber keine Einschränkung.

Allerdings hat der Gesetzgeber Bedingungen definiert, die der jeweilige Bildungsdienstleister einhalten muss, damit Zeiten anerkannt werden können. Diese Anforderungen sind komplex.

Achten Sie daher bei der Wahl Ihres Bildungsdienstleisters darauf, dass dieser verbindlich die Zeitgutschriften erteilt und dass er die Einhaltung der Bedingungen der MaBV bestätigt.

Denken Sie daran, dass die IHKs nur zeitverzögert die Erfüllung der Weiterbildungspflicht prüfen und es dann gut ist, wenn der Bildungsdienstleister bei Rückfragen weiterhin an Ihrer Seite steht.

Wie weise ich meine Weiterbildungsstunden nach?

Ihre Aufsichtsbehörde wird in unregelmäßigen Abständen kontrollieren, ob Sie und Ihre zur Weiterbildung verpflichteten Mitarbeitenden die 20 Stunden innerhalb des 3-jährigen Weiterbildungszeitraums erreicht haben. Sie werden dann aufgefordert, eine entsprechende Erklärung auf einem Formblatt abzugeben und die Angaben ggf. zu belegen.

Daher müssen Sie nicht alle drei Jahre einen Nachweis ausfüllen und einreichen.

Sammeln Sie die Bescheinigungen der Weiterbildungsanbieter für Sie und Ihre Mitarbeitenden und legen Sie diese getrennt nach Kalenderjahr oder Weiterbildungszeiträumen ab. Die Aufbewahrungsfrist beträgt fünf Jahre ab dem 31.12. des Jahres, in dem die jeweilige Weiterbildungsmaßnahme durchgeführt wurde (§ 15b, Abs. 2 MaBV).

Welche inhaltlichen Anforderungen an die Weiterbildung gibt es, damit diese anerkannt wird?

Eine weiterbildungspflichtige Person muss sich „entsprechend seiner ausgeübten Tätigkeit weiterbilden. Die inhaltlichen Anforderungen an die Weiterbildung sind an den Vorgaben der Anlage 1 auszurichten." (§ 15b Abs. 1 MaBV)

In dieser Anlage 1 gibt es eine Sammlung von Themen für Immobilienmakler (Bereich A).

Somit beziehen sich diese Inhalte auf die ausgeübte Tätigkeit. Die Weiterbildung muss einen wesentlichen Bezug zu diesen Themenbereichen haben. Der Bildungsdienstleister soll Ihnen ggf. erklären, dass der Bezug zu den Inhalten der Anlage 1 sichergestellt ist.

Welche formalen Anforderungen an Weiterbildungen gibt es, damit diese anerkannt werden?

Der Anbieter der Weiterbildung muss sich an die Anforderungen der MaBV Anlage 2 halten.

Danach muss die Maßnahme geplant sein (Konzeption, Beschreibung für Teilnehmende, Ablaufplan muss vorliegen). Darüber hinaus muss eine systematische Organisation vorliegen (Teilnehmende müssen in Textform eingeladen worden sein, Anwesenheit der Teilnehmenden muss dokumentiert werden).

Für Präsenzveranstaltungen muss sichergestellt werden, dass die Dozenten/Trainer für die Maßnahme geeignet sind. Bei Selbstlernprogrammen oder WebBasedTrainings (eLearnings) müssen Lernerfolgskontrollen (Testaufgaben) gestellt werden, um die Nutzung der Programme durch die Teilnehmenden sicherzustellen.

Zu allen Rahmenbedingungen sind entsprechende Nachweise zu archivieren.

Bei allen seriösen Weiterbildungsanbietern können Sie davon ausgehen, dass die Bedingungen eingehalten werden. Achten Sie bei der Wahl Ihres Bildungsdienstleisters darauf, dass dieser verbindlich die Zeitgutschriften erteilt und dass er die Einhaltung der Bedingungen der MaBV bestätigt.

Denken Sie daran, dass die IHKs nur zeitverzögert die Erfüllung der Weiterbildungspflicht prüfen und es dann gut ist, wenn der Bildungsdienstleister bei Rückfragen weiterhin an Ihrer Seite steht.

Bei GOING PUBLIC! sind diese Anforderungen bereits fest im zertifizierten Qualitätsmanagementsystem nach LQW eingebaut.

Was geschieht, wenn ich die 20 Stunden nicht nachweisen kann?

Wenn Sie die vollständige Erfüllung der Weiterbildungspflicht für sich selbst oder für einen Ihrer Mitarbeitenden nicht nachweisen können, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit.

Diese kann mit bis zu 5.000 € je Verstoß geahndet werden (s. § 144, Abs. 2, Ziffer 7c GewO i.V.m. § 144, Abs. 4 Ge-wO – bekannt sind bislang verhängte Bußgelder in den anderen erlaubnispflichtigen Gewerbebereichen bis zu 3.000 €).

Bei mehrfachen Verstößen ist die gewerberechtliche Zuverlässigkeit ggf. nicht mehr gegeben und Ihnen könnte dann die § 34c GewO-Erlaubnis entzogen werden.