FAQ IDD "15 Stunden"

FAQ zur regelmäßigen Versicherungsweiterbildung ("15 Stunden")

1. Gibt es IDD-Punkte oder Weiterbildungspunkte?

Nein, es werden nur Zeitstunden für die Erfüllung der Weiterbildungspflicht herangezogen. Weiterbildungspunkte gibt es nicht.
_

2. Wie viele Stunden muss ich mich weiterbilden?

15 Zeitstunden pro Kalenderjahr.
_

3. Muss ich die vollen 15 Stunden im Jahr 2018 absolvieren?

Ja, die Anforderung von 15 Zeitstunden gilt auch schon für 2018.
_

4. Wer muss sich weiterbilden?

Alle im Versicherungsvertrieb. Das sind nach neuer Definition des Versicherungsvertriebs:
Versicherungsvermittler, die unmittelbar an der Vermittlung oder Beratung beteiligt sind (gem. § 34d Abs. 1 GewO). Somit jeder, der

  • zu Versicherungsverträgen berät, diese abschließt oder vermittelt,
  • bei der Verwaltung oder Erfüllung von Versicherungsvertragen, insbesondere im Schadenfall, mitwirkt

Von der Weiterbildungspflicht erfasst sind somit Versicherungsmakler und -vertreter, Versicherungsberater, gebundene Versicherungsvermittler und deren unmittelbar bei der Vermittlung und Beratung mitwirkenden Beschäftigten. Auch fallen alle Personen, die in der Leitung des Gewerbebetriebs für die Versicherungsvermittlung verantwortlich sind, unter die Weiterbildungspflicht.
_

5. Müssen sich auch Angestellte 15 Stunden weiterbilden?

Ja, wenn sie in der Vermittlung oder Beratung tätig sein. Die Weiterbildungsverpflichtung gilt aber auch für Mitarbeiter/-innen in der Vertragsverwaltung oder Schadenbearbeitung.

Das gilt übrigens auch für Angestellte von Versicherungsunternehmen, die unmittelbar oder maßgeblich am Versicherungsvertrieb beteiligt sind (§ 48 Abs. 2 VAG).
_

6. Wer von meinen Backoffice-Mitarbeiter/-innen fällt unter die Weiterbildungspflicht?

Die Weiterbildungspflicht der Backoffice-Mitarbeiter/-innen hängt davon ab, ob sich aus der Verwaltungstätigkeit „Beratungs- und Informationspflichten“ ergeben. Das können im Einzelfall nur Sie als Arbeitgeber/Unternehmen entscheiden. Rein interne Bürotätigkeiten werden nicht von der Weiterbildungspflicht erfasst. Für die Aufsichtsbehörden werden in nächster Zeit noch Anwendungshinweise ergehen, die u.a. solche Abgrenzungsfragen klären werden.
_

7. Sind nur diejenigen zur Weiterbildung verpflichtet, die auch Kundenkontakt haben?

Nein, das ist ein weitverbreiteter Irrtum. Die Weiterbildungspflicht hängt nicht davon ab, ob man Kundenkontakt hat oder nicht. 
_

8. Muss sich die Geschäftsleitung weiterbilden? Greift hier das Delegationsprinzip nach § 34d Absatz 9 GewO?

Die Weiterbildungspflicht kann auf eine angemessene Anzahl von aufsichtsführenden Personen delegiert werden. Dieses Delegationsprinzip bezieht sich auf die Führungsaufgaben der Leitungsebene. So muss in Ausnahmefällen nicht immer die gesamte Geschäftsleitung weitergebildet werden. Die persönliche Weiterbildungspflicht der Vertriebs- und Servicekräfte kann hingegen nicht delegiert werden.

Leitsatz: Wer selber Versicherungen vermittelt, Kunden dazu berät, solche Tätigkeiten beaufsichtigt oder maßgeblich beeinflusst, muss die Weiterbildungspflicht erfüllen.
_

9. In welcher Form sind Führungskräfte von der Weiterbildungspflicht betroffen?

Für Führungskräfte gilt die Weiterbildungsverpflichtung, wenn Tätigkeiten in ihren Aufgabenbereich fallen, die als Versicherungsvertrieb zu werten sind. Auch Führungskräfte müssen sich dann 15 Zeitstunden pro Jahr weiterbilden. 
_

10. Sind Vertriebsmitarbeiter/-innen von der regelmäßigen Weiterbildungsverpflichtung ausgenommen, wenn sie von qualifizierten, sich regelmäßig weiterbildenden Führungskräften angeleitet und beaufsichtigt werden?

Nein. Diejenigen Beschäftigten, die tatsächlich vermitteln oder beraten, müssen sich stets weiterbilden, d.h. sie können nicht von einer Delegation gem. § 34d Abs. 9 GewO – wie beim Sachkundenachweis - profitieren.
_

11. Sind Teilzeitmitarbeiter/-innen und geringfügig Beschäftigte ebenfalls im vollen Umfang zur Weiterbildung verpflichtet?

Ja.
_

12. Fallen produktakzessorische Vermittler ebenfalls unter die Weiterbildungspflicht?

Ja, auch diese müssen sich regelmäßig weiterbilden. Jedoch werden hier nicht die obligatorischen 15 Zeitstunden gefordert. Sie müssen sich aber über regelmäßig „geeignete Maßnahmen“ weiterbilden. Versicherungsunternehmen müssen dies anlassbezogen überprüfen.
_

13. Fallen Annex-Vermittler unter die Weiterbildungspflicht?

Nein.
_

14. Wie viele Stunden müssen Weiterbildungspflichtige absolvieren, die aus Elternzeit/langer Krankheit etc. zurückkehren?

Es ist unerheblich, wann jemand die Versicherungsvertriebstätigkeit wieder aufnimmt - auch bei Rückkehr aus langer Krankheit oder aus der Elternzeit: Es bleibt bei den 15 Zeitstunden pro Jahr. Wenn jemand allerdings ein ganzes Kalenderjahr nicht tätig war, dann muss laut Begründung zur VersVermV in diesem Jahr keine Weiterbildung nachgewiesen werden.

PS: Es ist im Gespräch, ob es noch folgende Ausnahmen geben soll:
  1. Wer im Dezember eines Jahres die Vermittlertätigkeit wieder aufnimmt, muss sich in diesem Jahr nicht mehr weiterbilden.
  2. Wer im laufenden Jahr die Sachkundeprüfung gem. § 34d GewO ablegt, ist von der Weiterbildungspflicht im Jahr der Prüfung befreit. 
_

15. Ist die Teilnahme an „gut beraten“ Pflicht?

Nein. "gut beraten" Punkte sind nicht erforderlich. "gut beraten" wird im Gesetz bzw. in der Verordnung nicht erwähnt. Es zählen ausschließlich die erworbenen Weiterbildungsstunden, die Ihnen vom jeweiligen Weiterbildungsanbieter in der Regel kostenlos bescheinigt werden. Dieser Weiterbildungsanbieter kann GOING PUBLIC! sein, aber auch ein Produktgeber oder ein Arbeitgeber, da eine „betriebsinterne“ Durchführung der Weiterbildung explizit erlaubt ist. "gut beraten" sammelt die Leistungsbestätigungen der dort meldenden Bildungsdienstleister und erleichtert so ggf. die Übersicht.
_

16. Müssen die erworbenen Weiterbildungsstunden an "gut beraten" gemeldet werden?

Nein. Die Teilnahme an "gut beraten" ist keine gesetzliche Pflicht. Falls Sie eine Weiterbildung besuchen, die Ihnen "gut beraten" Zeiten gutschreibt, kann das eventuell für Sie die Übersicht erleichtern.
_

17. Was ist mit meinen bereits gesammelten gut beraten Punkten?

Falls Sie noch ein „gut beraten“-Konto haben: Die „alten Punkte“ aus den Jahren vor 2018 können Sie für das freiwillige „gut beraten“-Zertifikat nutzen. Diese Punkte können aber nicht zum Nachweis der 15 Stunden herangezogen werden. Für die Zukunft können Sie dann entscheiden, ob Sie das Konto weiter führen oder selber die Nachweise der Bildungsdienstleister archivieren.
_

18. Wie weise ich meine Weiterbildungsstunden nach?

Ihre Aufsichtsbehörde wird in unregelmäßigen Abständen kontrollieren, ob Sie und Ihre zur Weiterbildung verpflichteten Mitarbeiter/-innen die 15 Stunden pro Jahr erreicht haben. Daher müssen Sie nicht jedes Jahr einen Nachweis ausfüllen und einreichen. Sammeln Sie die Bescheinigungen der Weiterbildungsanbieter und legen Sie diese getrennt nach Kalenderjahr ab.

Das Kontrollverfahren ist noch nicht abschließend geklärt. Eine regelmäßige Routinekontrolle durch die Aufsichtsbehörde ist – neben anlassbezogenen Prüfungen – im Gespräch.
_

19. Welche inhaltlichen Anforderungen an die Weiterbildung gibt es, damit diese anerkannt wird?

Der Gesetzgeber schreibt: „Die Weiterbildung muss dabei mindestens den Anforderungen der ausgeübten Tätigkeiten des zur Weiterbildung Verpflichteten entsprechen und die Aufrechterhaltung seiner Fachkompetenz und seiner personalen Kompetenz gewährleisten.“  § 7 Abs. 1 VersVermV

Bitte beachten Sie, dass sich die Weiterbildung an der konkreten Tätigkeit des Weiterbildungsverpflichteten ausrichten muss. Ein inhaltlicher Ansatzpunkt für die versicherungsfachliche Qualifikation ist die Anlage 1 der VersVermV.

Tipp: Achten Sie darauf, dass sich der Inhalt der Weiterbildung an der Anlage 1 VersVermV ausrichtet, um spätere Auslegungsschwierigkeiten mit der Aufsichtsbehörde zu vermeiden.

Durch das Erwähnen der „personalen Kompetenz“ öffnet der Gesetzgeber die regelmäßige Weiterbildung auch für Trainings, die die „Sozialkompetenz und die Fähigkeit zum selbständigen Handeln gegenüber den Kunden“ weiterentwickeln sollen. So wäre zum Beispiel ein Training zur Kundengesprächsführung anerkennungsfähig, ein allgemeines Training zum Zeitmanagement hingegen nicht. 
_

20. Welche formalen Anforderungen an Weiterbildungen gibt es, damit diese anerkannt werden?

Der Anbieter der Weiterbildung muss sich an die Anforderungen der VersVermV Anlage 3 halten. Danach muss die Maßnahme geplant sein (Konzeption, Beschreibung für Teilnehmer, Ablaufplan muss vorliegen). Darüber hinaus muss eine systematische Organisation vorliegen (Teilnehmer müssen in Textform eingeladen worden sein, Anwesenheit der Teilnehmer muss dokumentiert werden) und es muss sichergestellt werden, dass die Dozenten/Trainer für die Maßnahme geeignet sind.

Davon können Sie bei allen seriösen Weiterbildungsanbietern ausgehen. Bei GOING PUBLIC! sind diese Anforderungen bereits fest im zertifizierten Qualitätsmanagementsystem eingebaut.
_

21. Was geschieht, wenn ich die 15 Stunden nicht nachweisen kann?

Wenn Sie oder eine/-r Ihrer zur Weiterbildung verpflichteten Mitarbeiter/-innen nicht nachweisen können, dass sie sich pro Kalenderjahr 15 Zeitstunden weitergebildet haben, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 3.000 € je Verstoß geahndet werden kann. Bei mehrfachen Verstößen ist die gewerberechtliche Zuverlässigkeit ggf. nicht mehr gegeben und Ihnen könnte dann die § 34d GewO-Erlaubnis entzogen werden. 
_

Unser Tipp:

Mit der WBThek hat die GOING PUBLIC! Akademie für Finanzberatung AG ein Online-Weiterbildungsangebot entwickelt, mit dem Vermittler und ihre zur Weiterbildung verpflichteten Mitarbeiter/-innen ihre 15 Stunden Weiterbildungspflicht ganz einfach und professionell erfüllen können.
Wichtige Links

Für Unternehmen

Finden Sie hier Lösungen:

regelm. Weiterbildung für Vermittler/-unternehmen

Wie können Sie als Vermittler Ihre Weiterbildungsverpflichtung erfüllen?