Die wichtigsten Fakten zum zertifizierten Verwalter gemäß § 26a WEG

Autor: Frank Rottenbacher | Stand: 16.07.2021
Anmkerung: Da der Gesetzgeber im § 26a WEG das generische Maskulinum "zertifizierter Verwalter" nutzt, haben wir diese Formulierung hier übernommen. 

Inhalte

Was ist der zertifizierte Verwalter?

Mit dem Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz wurde zum 01.12.2020 der "zertifizierte Verwalter" eingeführt.

Definition "Zertifizierter Verwalter"

"Als zertifizierter Verwalter darf sich bezeichnen, wer vor einer Industrie- und Handelskammer durch eine Prüfung nachgewiesen hat, dass er über die für die Tätigkeit als Verwalter notwendigen rechtlichen, kaufmännischen und technischen Kenntnisse verfügt."

§ 26a WEG

Warum sollte man zertifizierter Verwalter werden?

Ab dem 01. Dezember 2022 tritt nach § 19 Abs. 2 Nr. 6 WEG eine Zertifizierungspflicht als Verwalter:in in Kraft. Ab da an können Wohneigentümer:innen einen Nachweis über die Zertifizierung zur Berufsqualifikation verlangen, zum Beispiel den zertifizierten Verwalter gemäß § 26a WEG.

Für bereits vor Dezember 2020 bestellte Verwalter:innen gilt diese Übergangsfrist bis Juni 2024 (§ 48 Abs 4 Satz 2 WEG). 

Wie wird man zertifizierter Verwalter?

Sie müssen durch eine IHK-Prüfung nachweisen, dass Sie für die Tätigkeit als Verwalter über die notwendigen rechtlichen, kaufmännischen und technischen Kenntnisse verfügen.

Das können Sie auf einen der beiden folgenden Wege machen:

  1. Sie legen - mit Absicherung durch den GOING PUBLIC! Prüfungsairbag - eine Prüfung zur Fachfrau / zum Fachmann für Wohnimmobilienverwaltung (IHK) ab. So können Sie die passende Qualifikation bereits vor dem Ende der Frist (Dezember 2022) erlangen. 
  2. Es wird eine IHK-Prüfung zum zertifizierten Verwalter geben. Das Bundeswirtschaftsministerium erlässt hierzu eine entsprechende Verordnung über die Prüfung zum zertifizierten Verwalter nach dem Wohnungseigentumsgesetzes (Zertifizierter-Verwalter-Prüfungsverordnung – ZertVerwV). Die ersten Prüfungen werden voraussichtlich ab 2022 abgelegt werden können.

Von der IHK-Prüfungspflicht befreit werden gemäß § 7 ZertVerwV-E folgende gleichgestellte Qualifikationen (Stand 16.07.2021): 

  1. Richteramt
  2. abgeschlossene Berufsausbildung zur Immobilienkauffrau oder zum Immobilienkaufmann oder zur Kauffrau oder zum Kaufmann in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft oder
  3. einen Hochschulabschluss mit immobilienwirtschaftlichem Schwerpunkt

Personen mit einer dieser vorgenannten Qualifikationen können als zertifizierte Verwalter von der Eigentümergemeinschaft bestellt werden, dürfen sich aber nicht zertifizierter Verwalter nennen. 

Können oder müssen auch juristische Personen zertifizierte Verwalter werden?

Ja.

Gemäß § 8 ZertVerwV-E dürfen sich Juristische Personen oder Personengesellschaften zertifizierter Verwalter nennen, wenn von denjenigen bei ihnen Beschäftigten, die unmittelbar mit Aufgaben der Wohnungseigentumsverwaltung betraut sind,

  • alle die Prüfung zum zertifizierten Verwalter bestanden haben oder
  • mindestens die Hälfte die Prüfung zum zertifizierten Verwalter bestanden hat und die anderen nach § 7 ZertVerwV-E einem zertifizierten Verwalter gleichgestellt sind.

Gilt die Weiterbildungspflicht gemäß § 34c GewO i.V.m. § 15b MaBV auch für zertifizierte Verwalter?

Ja.

Es gibt keine Ausnahmeregelungen von der Weiterbildungsverpflichtung ("20 Stunden in 3 Kalenderjahren") für zertifizierte Verwalter.